Friday, March 31, 2006

Gemalte Gedichte und Geschichten






Mit viel Energie und Verve hat Iris Caren Herzogin von Württemberg ihre dynamischen Zeichnungen auf die Malgründe gebannt. Fotos: Recklies

PFORZHEIM. Lebendigkeit, Dynamik, Lebensfreude und eine große Emotionalität verbinden sich in den Arbeiten der Künstlerin Iris Caren Herzogin von Württemberg, die im Beratungszentrum des VolksbankHauses eine Auswahl ihrer Zeichnungen und Bilder präsentiert.

Doch nicht allein der Malerei ist die 1963 als Iris Caren Metzger in Pforzheim Geborene zugetan. Ihre Leidenschaft gehört seit jeher dem Wort in Schrift und Rede, dessen Sinn und den dazugehörigen Schriftzeichen – kein Wunder also, dass viele der Arbeiten eine unmittelbare Verbindung zur Kalligraphie aufweisen und nicht selten wie gemalte Gedichte und Geschichten wirken.

Lässt sich die Künstlerin vor allem bei den Namen ihrer Werke gerne von der Poesie beflügeln – nicht zuletzt der Ausstellungstitel „Vom ewigen Sein der Zeichen“ ist einem ihrer Werke entliehen – so stehen die Bilder und ihre literarischen Werke nur in den seltensten Fällen in direktem Zusammenhang. „Das Zeichnen und die Malerei sowie das Verfassen literarischer Texte sind zwei eigenständige Ausdrucksformen, die sich aber in vielen Fällen gut ergänzen“, sagt die Künstlerin, die für die Eröffnung ihrer Ausstellung heute um 19.30 Uhr eine Kunst-Lese-Performance vorbereitet hat, bei der sich Wort, Bild und Aktion unter dem Motto „Dialog der Künste“ zu einer Einheit verbinden.

Inspiriert wird Iris Caren von Württemberg zu ihren abstrakten, in Form und Farbe oft sehr reduzierten Werken, von einer Vielzahl von Einflüssen. Persönliche Erlebnisse verarbeitet sie in ebenso wie starke Gefühle, interessante optische Reize gleichermaßen wie Erfahrungen, die sie nicht zuletzt bei der Auseinandersetzung mit Werken anderer Künstler sammelt. „Ich werde von vielem berührt und drücke dies schließlich in vielfältigen Formen aus“.

Dass die oft grafischen, mit Pastellkreiden, Graphit oder Tusche auf den Malgrund gebannten Bilder häufig an Schriften verschiedener Kulturen erinnern und immer wieder auch geometrische Symbole aufgreifen, ist kein Zufall. Im Gegenteil: Ganz dem Ausdruck in Wort, Rhythmus und Melodie verbunden, schlägt sich diese Formgebung auch in den meist kleinformatigen Werken nieder, die mal frühlingshaft bunt, mal in kräftigen Blau- oder warmen Erdtönen den Betrachter zum Entdecken der dichten, von impulsiver Energie geprägten Werke reizen.

Obwohl die Bilder unverkennbar intuitiv umgesetzt, sind sie alles andere als Werke, „die im Stile des Actionpaintings à la Jackson Pollock entstehen“, so von Württemberg. Dennoch ist den Werken Pollocks und von Württembergs nach Einschätzung des Züricher Galeristen Thomi Wolfensbergers eines gemein: Beiden fehlt augenscheinlich Anfang und Ende, so dass die Werke voller Geheimnisse stecken die Zeit und Muße zum Entdecken benötigen“.

Die Ausstellung ist bis 28. April montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr im Kundenzentrum des VolksbankHauses zu sehen.

Bericht der Pforzheimer Zeitung 24.3.2006

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